Corporate Social Responsibility CSR

Jéronimo Calderón ist Mitbegründer und Ko-Geschäftsführer von EUforIA, einer 2007 gegründeten Non-Profit Jugendorganisation mit Sitz in Genf. EUforIA will junge Menschen dazu zu bewegen sich globalen Herausforderungen wie Armut, Klimaerwärmung oder Rassismus anzunehmen, indem sie sich lokal engagieren.

Jéronimo Calderon hat sich mit der Anfrage für eine Pro-Bono-Beratung im Bereich Organisationsentwicklung an socialdesign gewandt. socialdesign unterstützt im Sinne der Corporate Social Responsibility (CSR) jährlich eine Projektidee, welche den Ansprüchen an Nachhaltigkeit und Innovation entspricht. Wir freuen uns EUforIA in diesem Sinne zu unterstützen.

Herr Calderón, wofür steht EUforIA und wer steht dahinter?

EUforIA ist eine NGO von Jungen für Junge, welche sich zum Ziel gesetzt hat, unserer Generation zu zeigen, dass das Weltgeschehen kein Naturgeschehen ist und ein Engagement von jedem von uns nicht nur wichtig ist, sondern auch viel bewirken kann.
Wir möchten aufzeigen, was wir konkret tun können, um unseren Teil zur Lösung von globalen Herausforderungen wie Armut oder Klimaerwärmung beizutragen anstatt zu resignieren. Wir wollen junge Menschen erreichen, die sich engagieren möchten. Es soll sich dabei um kritisch denkende junge Menschen handeln, die an eine gerechtere und friedlichere Welt glauben, denen aber noch der letzte Anstoss fehlt, sich aktiv für eine solche Welt einzusetzen.
Mit EUforIA möchten wir diese jungen Menschen motivieren eigene Ideen zu realisieren und in der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Wir bauen auf ihre Kreativität und Begeisterungsfähigkeit (Euphorie), um mit neuen und innovativen Initiativen globale Herausforderungen lokal anzupacken.
EUforIA wurde 2007 von einer Gruppe von Studierenden gegründet. Heute umfasst EUforIA ein Netzwerk von ca. 70 Freiwilligen aus allen Landesteilen sowie dem angrenzendem Ausland.
Der Gewinn der internationalen Youth Social Entrepreneur Competition 2008 und die honorary mention von Oikos in 2009, sowie die Aufnahme als Youth Venture Team und Auszeichnung als Young Leading Changemaker durch Ashoka zeugen vom grossen Potential unserer Arbeitsweise.

Sie sind Mitbegründer und Ko-Geschäftsführer von EUforIA. Was motiviert Sie dazu?

Globale Herausforderungen haben ein dramatisches Ausmass angenommen, welchem unsere Generation oft entmutigt und resigniert gegenübersteht. Hier wollen wir ansetzen. Denn einerseits lähmt Ohnmacht den Tatendrang. Andererseits bleibt aber auch unglaublich viel Potential junger Menschen ungenutzt, weil ihnen nicht genug zugetraut wird und sie zu selten die Chance erhalten, eigene Projekte umzusetzen. EUforIA will dem entgegenwirken, indem sie Studierende mit bereits aktiven (jungen) Changemakers in Kontakt bringt. Diese machen deutlich, dass das Engagement unserer Generation nicht nur wichtig ist, sondern auch viel bewirken kann.

Wie gehen Sie dabei konkret vor?

Wir organisieren vielseitige Events, um unsere Vermittlerrolle wahrzunehmen. Wir vermitteln zwischen neugierigen jungen Leuten, die konkrete Engagement-Möglichkeiten oder Unterstützung für ihre Anliegen suchen, sowie Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen, die konkrete Möglichkeiten dazu anbieten. Seit 2007 haben wir vier grössere Projekte zu folgenden Themen durchgeführt:

• Was kann die Jugend, was kannst du zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen?! (www.euforiaction.org/eys08)
• Verantwortungsbewusster Konsum (www.euforiaction.org/consumpaction)
• Migration (www.euforiaction.org/migration)

Die Projekte bestehen aus interaktiven Workshops, Filmvorführungen, Brainstorming Sessions, Vorträgen, Konzerten, Gruppenarbei-ten und Diskussionsrunden. Bisher konnten über 400 junge SchweizerInnen und EuropäerInnen erreicht werden. Laut unseren Umfragen konnten wir zwischen 50-80% der Teilnehmenden dazu bewegen, sich aktiver in ihre Gesellschaft einzubringen. Sie tun dies durch die Organisation eigener Initiativen, aktivere Partizipation in ihrer Gesellschaft und das Engagement in bereits existierenden Organisationen/Institutionen.
Welches sind die grössten Herausforde-rungen für EUforIA?

Seit der ersten von uns organisierten Veranstaltung stellen wir fest, dass das Konzept der Organisation von grossen Events durch eine Gruppe von freiwillig tätigen Studierenden rasch an seine Grenzen stösst und regelmässig zu einer massiven Überbelastung aller Beteiligten führt. Mit zunehmendem Erfolg und Arbeitsaufwand entsprach die Qualität unserer Events auch bald nicht mehr unseren gesteigerten Ambitionen. Uns wurde klar, dass sich die Organisation professionalisieren musste.
Wir stehen vor der Herausforderung für EUforIA ein nachhaltiges Wirtschaftsmodel zu finden, welches uns einerseits erlaubt die Wirkung von EUforIA erheblich zu steigern sowie andererseits mit unserem Kerngeschäft, der Vernetzung von jungen Menschen mit Engagements-Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Dies würde es uns erlauben uns auf die Realisierung unserer Mission und Ziele zu konzentrieren anstatt unsere Zeit mit Geldsammeln zu verlieren.

Mit welchem Anliegen haben Sie sich an socialdesign gewendet?

Wir legen grossen Wert auf ein sozialunternehmerisches Vorgehen, das darauf ausgerichtet ist, unsere Rechenschaftspflicht korrekt wahrzunehmen, innovative Partnerschaften zu entwickeln und unsere Effizienz zu steigern. Dies erfordert ein professionelles Management, die Konzentration auf umsetzbare und nachhaltige Aktivitäten wie auch die Auswertung der von uns erzielten Wirkung.
Wir wollten uns in diesem Prozess Unterstützung von aussen holen und haben uns deshalb an socialdesign gewendet. Socialdesign soll uns dabei unterstützen, dass diese Absichtserklä-rungen keine leeren Worte bleiben, sondern uns ein volles Haus, den neuen Engagements-Nobelpreis und einen Haufen Investoren für die Realisierung unserer Zukunfts-Visionen besche-ren.

Wir danken Herrn Calderón für das Interview und wünschen ihm und EUforIA viel Erfolg!

 

Nachtrag aus Sicht von socialdesign

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird sich trotz socialdesign der Geldhaufen auf dem Bankkonto von EUforIA nicht so schnell realisieren wie Jéronimo Calderon dies anzielt. Jedoch soll mit dem Vorgehen im Rahmen des begonnenen Unterstützungsprozesses eine optimale Grundlage für eine professionell ausgestaltete und effizient handelnde Organisation erarbeitet werden. Mit dieser soll sichergestellt sein, dass die motivierten und mitarbeitenden Jugendlichen, wie aber auch die Interessentenkreise und allfällige Sponsor/innen sich einer Organisation gegenüber sehen, welche durch einen optimalen Mitteleinsatz und die Fokussierung auf die Organisationsziele und die Zielsetzungen der Jugendlichen, die beabsichtigte Wirkung erreicht. Dies lässt sich einerseits durch eine klare Strategie und anderseits durch verlässliche Organisations- und Ablaufstrukturen erreichen. Diese erarbeitet EUforIA aktuell mit socialdesign, ebenso wie die notwendigen Struktur- und Arbeitsinstrumente. Nur so kann EUforIA gegenüber seinen Stakeholdern seine Wirksamkeit und seine Erfolge darlegen und die Qualität der Leistungserbringung im Sinne ihrer Vision erreichen. Transparenz und Klarheit sollen hier das notwendige Vertrauen schaffen, welches die Grundlage dafür bietet, dass sich viele auf die Ideen von EUforIA einlassen und auch Ressourcen und finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Wenn dies dem Bankkonto nützlich ist, dann soll dies für die weiteren Innovationen der Organisation nur gut sein. Kommen zusätzliche Preise hinzu, ist es schlussendlich für alle ein grosser Gewinn!

 


EUforIA
Europeans United for Informed Action
Rue de Savoises 15
1205 Genève
http://www.euforiaction.org/