socialdesign 2011: Ein Jahresrückblick
Interview mit Regula Ruflin, CEO und Nergis Kayali, Leiterin Backoffice


Wie lässt sich die „Gemütsverfassung“ von socialdesign für das zu Ende gehende Jahr beschreiben?
Nergis Kayali: Wie immer gegen Ende Jahr verspüren wir im Moment eine gewisse Hektik. Grundsätzlich schliessen wir jedoch mit einem sehr positiven Gefühl ab. Viele interne Projekte wie die Erarbeitung eines Personalreglements, die Einführung eines Wissensmanagementsystems oder die weitere Konkretisierung unseres Qualitätsmanagements konnten wir im Verlauf des Jahres 2011 bearbeiten und so die geplante Konsolidierung ermöglichen. Auch die Tatsache, dass unsere Finanzen ausgeglichen sind, lässt uns mit einer gewissen Ruhe in das nächste Jahr starten.
Regula Ruflin: Ich würde unsere Gemütsverfassung zum Ende dieses Jahres als müde aber zufrieden beschreiben. Wie in den vorangegangenen Jahren ist auch in diesem Jahr wieder viel Spannendes und Herausforderndes auf verschiedenen Ebenen gelaufen. Auf der Frontseite unserer neuen Broschüre, die wir dieses Jahr geschaffen haben, steht im Titel „Was wenn Zeit ihr Freund wäre?“ Dieses Motto werden wir aus dem ausgehenden Jahr mit in das neue Jahr nehmen, und versuchen, uns dieses immer wieder zu Herzen zu nehmen. Ganz besonders dankbar sind wir von socialdesign für das Vertrauen, das wir von unseren Auftraggebenden und von Partnern und Partnerinnen auch in diesem Jahr geschenkt bekommen haben.
Welches waren die grossen Themen im 2011? Welche Art von Mandaten hat socialdesign 2011 vor allem übernommen?
R. Ruflin: Auch im Jahr 2011 durften wir in vielen verschiedenen Themenbereichen tätig sein, was unsere Arbeit sehr bereichert. Insgesamt waren es 111 Projekte, die wir durchführen durften. Davon waren 32 Aufträge im Bereich Beratung, 26 Forschungs- und Evaluationsmandate, 25 Aufträge im Bereich Schulung und Lehre, 18 Coachings, 6 Mandate im Bereich der Instrumentenentwicklung sowie 4 Leitungen. Der Aufwand pro Auftrag variiert dabei zwischen einigen wenigen und mehreren hundert Stunden. Unsere Auftraggebenden waren 56 mal NPOs, 13 mal Bundesorganisationen und 11 mal Kantone, 6 mal Regionale Netzwerke, 17 mal Gemeinden sowie 8 mal Einzelpersonen.
Ein Highlight war für uns in diesem Jahr sicher, dass wir verschiedene nationale mehrsprachige Projekte, beispielsweise im Auftrag der Eidgenössischen Finanzkontrolle, des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie, von Savoir Social oder des Bildungszentrums IV durchführen konnten.
Auch die Einführung des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechts hat uns dieses Jahr in ganz unterschiedlichen Kontexten beschäftigt. Wir durften unsere Auftraggebenden sowohl bei der Erarbeitung von Konzepten, beispielsweise im Bereich der freiheitsbeschränkenden Massnahmen wie auch bei der Planung und dem Controlling der Umsetzung unterstützen.
Ein weiterer zentraler Themenbereich war das Qualitätsmanagement in unterschiedlichen Feldern wie Behinderung oder Alter oder im Bereich der Suchtarbeit und der Psychiatrie. Wie bereits erwähnt, haben wir ausserdem auch unser eigenes Qualitätsmanagementsystem vorangetrieben und konsolidiert. Dabei haben wir, wie so oft, Prozesse, die wir sonst mit Auftraggebern erarbeiten, an der eigenen Firma erlebt. Diese Momente sind wertvoll, da sie uns erlauben, Freuden und Leiden unserer Auftraggebenden bei der Bearbeitung solcher Themen aufgrund eigener Erfahrungen nachzuvollziehen.
Für uns als socialdesign ist es ausserdem wichtig, dass wir im 2011 den Entscheid getroffen haben, den Schritt in die Westschweiz definitiv zu wagen. Indem wir eine Mitarbeiterin französischer Muttersprache angestellt haben und planen, ein Büro in Lausanne zu beziehen, hoffen wir, gesamtschweizerisch noch mehr Fuss fassen zu können. Wir freuen uns sehr auf diesen Weg und hoffen natürlich auf gutes Gelingen!
N. Kayali: Ein Höhepunkt war natürlich auch das fünfjährige Jubiläum, das wir im Frühling feiern konnten. Es ist in der heutigen Zeit keineswegs selbstverständlich, dass eine neue Firma nach fünf Jahren überhaupt noch besteht und ausserdem auf eine Grösse von neun Mitarbeitenden wachsen konnte. Das war wirklich ein Grund zu feiern und um Danke zu sagen an alle, die socialdesign in den vergangenen Jahren auf ihrem Weg begleitet haben. Das Fest in der Cinématte gemeinsam mit unseren Kunden und Kundinnen ist denn auch sehr gelungen und hat uns allen viel Freude bereitet. Es ist aber auch klar, dass wir uns auf diesen fünf Jahren nun nicht ausruhen wollen, sondern dass wir weiterhin aufmerksam und mit Neugier unterwegs sein werden.
Welches sind die Erfolge des Jahres 2011? Worüber habt Ihr euch dieses Jahr besonders gefreut?
N. Kayali: Für mich ist sicher die Erarbeitung eines professionellen Marketings ein grosser Erfolg. Mit unserem überarbeiteten Auftritt, den neuen Broschüren und dem neuen Claim, können wir noch besser vermitteln, wofür socialdesign steht.
Auch die Tatsache, dass wir über das ganze Jahr ein sehr stabiles Team waren, ist sehr wertvoll. Dadurch, dass wir uns gut kennen, sind wir auch in der Zusammenarbeit gut aufeinander eingestimmt und können uns aufeinander verlassen.
R. Ruflin: Ein wichtiges Highlight für mich ist auch die gute Stimmung im Team, welche uns trotz der vielen Arbeit nie abhanden gekommen ist. Ich glaube, dazu trägt vor allem die Tatsache bei, dass es uns allen gelingt, eine offene Kommunikationskultur zu pflegen und dass alle unsere Mitarbeitenden eine grosse Motivation haben für die Arbeit, die wir hier machen. Es ist schön, ein so tolles Team zu haben!
Welches waren die grossen Herausforderungen 2011? Und wie habt ihr sie gemeistert?
R. Ruflin: Das Zeitmanagement und die interne Organisation bei der Bearbeitung von Aufträgen hat für uns teilweise eine Herausforderung dargestellt. Aufgrund unserer Grösse können wir mittlerweile verschiedene Projekte parallel bearbeiten. Wenn es allerdings in den Projekten zu Terminverschiebungen kommt, weil beispielsweise politische Aktualitäten den Projektverlauf verändern, braucht es ein aufmerksames Projektcontrolling und eine sorgfältige Planung. Nur so können wir die Projekte von unserer Seite zufriedenstellend bearbeiten.
N. Kayali: Für mich stellt auch das interne Wissensmanagement weiterhin eine Herausforderung dar. Auch wenn wir nun eine Software für unser Wissensmanagement haben, müssen wir weiterhin aktiv daran arbeiten, all das Wissen, welches intern besteht und weiterhin generiert wird, übersichtlich zu verwalten und allen zugänglich zu machen.
R. Ruflin: Ich glaube, diese Herausforderungen konnten wir meistern, indem wir uns trotz unserer vollen Agenden immer wieder die Zeit genommen haben, diese Themen im Team zu diskutieren und zu klären. Es ist uns wichtig, im Gespräch zu sein und immer wieder mal einen Schritt zurück zu treten, um sorgfältig zu planen. Eine wichtige Unterstützung dabei ist auch die Software zum Projektmanagement, welche wir erstmals gesamtjährig eingesetzt haben.
Was nimmt sich socialdesign für 2012 vor?
R. Ruflin: Ein Thema, welches wir aus dem Jahr 2011 mit in das Jahr 2012 nehmen, sind die Leistungsverträge. Wir freuen uns, dazu im neuen Jahr zum 6. Mal gemeinsam mit der Uni St. Gallen das Seminar zu Leistungsverträgen anzubieten. Ausserdem erscheint am 18. Januar 2012 die zweite Auflage unseres Buchs „Der Leistungsvertrag. Ein Praxisleitfaden“.
Auch der weitere Aufbau der Westschweiz ist uns im neuen Jahr ein grosses Anliegen. Wir werden uns nun der Suche eines geeigneten Standorts widmen. Auch sind wir daran, unseren Auftritt als Firma für das Marketing in der Westschweiz anzupassen. Dabei hat uns vor allem unser Claim einiges Kopfzerbrechen bereitet. Umso mehr freuen wir uns, Ihnen diesen hier zu präsentieren:

N. Kayali: Ausserdem ist auch die Personalsituation von socialdesign weiterhin in der Entwicklung. Zum einen wird das Backoffice per Anfang 2012 weiter ausgebaut. Andererseits bieten wir nach drei Jahren Pause wieder einen Praktikumsplatz im Bereich „Projekte und Beratung“ an. Wir freuen uns sehr auf beide Personen, die uns im neuen Jahr bereichern werden.
Das Interview wurde von Charlotte Miani, Mitarbeiterin im Bereich Projekt & Beratung bei socialdesign, geführt.