Newsletter 4 2020

Newsletter 4 2020

November 25, 2020

Interview zur Mischfinanzierung – Digitale Senior*innen – Selbstmanagement-Förderung – Lösungen gegen Street Harrassment und vieles mehr

Liebe Leserinnen und Leser

Bereits zum zweiten Mal, laden wir Sie mit diesem Newsletter dazu ein, sich mit Finanzierungsmodellen zu befassen. Ging es im August noch um Impact Bonds, erzählen wir Ihnen im aktuellen Interview über Organisationen im Sozial- und Gesundheitsbereich, die sich aus verschiedenen Finanzierungsquellen speisen und darüber, was dies für Trägerschaft und Klient*innen bedeuten kann.

Ausserdem verweisen wir auf einen spannenden Bericht über die ausgereiften digitalen Kompetenzen der älteren Bevölkerung der Schweiz, präsentieren Ihnen ein Referat zum Thema Selbstmanagement-Förderung oder weisen auf ein innovatives Projekt zur Bekämpfung der Belästigung im öffentlichen Raum aus Lausanne hin. 

Für das anstehende Ausklingen des Jahres 2020 wünschen wir Ihnen gute Gesundheit, viel Zuversicht und schon bald frohe Festtage. 

Ihre socialdesign ag 

Interview zu IV-KVG gemischten Finanzierungsmodellen

Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder Alters- und Pflegeheime sehen sich zusehends mit komplexen Finanzierungsfällen konfrontiert. Nur ein Beispiel: Wird eine Person, die schon lange in einer Institution für Menschen mit Behinderungen lebt, 65 Jahre alt, sind nicht mehr nur die IV bzw. die Kantone für die Finanzierung zuständig, sondern auch die AHV. Steigt nun der Pflegebedarf einer Person und es werden umfassende Pflegeleistungen notwendig, kommt die zusätzliche Finanzierungslogik des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) zur Anwendung. 

socialdesign hat langjährige Erfahrung in der Begleitung von Trägerschaften gemischt finanzierter Institutionen und kennt deren Herausforderungen sehr gut. In diesem Interview erzählen die beiden socialdesigner*innen Ursula Fringer und Simon Meier von ihren Erfahrungen in der Beratung von gemischt finanzierten Institutionen.

News von socialdesign

Auch die Mitarbeitenden von socialdesign arbeiten auf Empfehlung des Bundesrates wieder vermehrt von zu Hause aus. Dadurch hoffen wir, unseren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten. Selbstverständlich stehen wir Ihnen aber wie gewohnt und mit höchster Motivation und grösster Flexibilität zur Verfügung. Unsere Erfahrungen im virtuellen Raum konnten wir in den letzten Monaten stets weiter ausbauen und führen auf Wunsch auch kompetent durch virtuelle Workshops oder Sitzungen. Präferieren Sie das analoge Setting unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften, so sind wir stets mit unseren Masken ausgerüstet. 

Publikationen

Selbstmanagement-Förderung in Aus-, Weiter- und Fortbildung: Online-Referat (Forum SELF)
Im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) führt socialdesign eine Situationsanalyse zu Selbstmanagement-Förderung in der Aus-, Weiter- und Fortbildung durch. Der Rahmen für diese Situationsanalyse gibt die Nationale Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) resp. der dazugehörige NCD-Massnahmenplan. Die Selbstmanagement-Förderung umfasst patientenzentrierte Ansätze, die darauf abzielen, Menschen mit chronischen nichtübertragbaren körperlichen und psychischen Krankheiten, Suchtbetroffene und Angehörige im Umgang mit den damit verbundenen Herausforderungen zu unterstützen und sie in ihren Ressourcen und Selbstmanagement-Kompetenzen zu stärken. Das Konzept zu Selbstmanagement-Förderung ist in einem Referenzrahmen beschrieben. Die Umsetzung des Referenzrahmens erfolgt u.a. mittels der Plattform SELF, die Veranstaltung Forum SELF ermöglicht den Austausch zu Themen der Selbstmanagement-Förderung. Am diesjährigen virtuellen Forum SELF zur Thematik  “Gemeinsam auf Augenhöhe” stellte socialdesignerin Manuela Spiess im Rahmen eines Input-Referates die Kernergebnisse dar. 

Evaluation der IV-Eingliederungsmassnahmen
Im Juni 2007 hat sich die Schweizer Bevölkerung für die 5. IV-Revision ausgesprochen. Mit der Revision wurde die Invalidenversicherung (IV) neu ausgerichtet. Unter anderem erfolgte ein Ausbau der Integrations- resp. Eingliederungsmassnahmen. Diese Massnahmen sollen die Versicherten darauf vorbereiten, sich wieder in die Arbeitswelt einzugliedern. Über die Entwicklung der Massnahmen, deren Umsetzung, Kosten und die angestrebten Ziele, gibt der kürzlich erschienene Evaluationsbericht Auskunft. Dieser wurde vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) in Auftrag gegeben und durch across concept und socialdesign gemeinsam verfasst. 

Von «Thomas Techie» bis zu «Anna Ablehner» – Studie zu Digitalen Senior*innen
Die Digitalisierung betrifft uns alle. Mittlerweile sind auch 95% der 65-69-Jährigen «online» und 81% der Personen dieser Altersgruppe benutzen täglich ein Smartphone. Diese Daten stammen aus der Studie «Digitale Senioren 2020» von Pro Senectute und wurde durch das Kompetenzzentrum für Gerontologie der Universität Zürich durchgeführt. Die Studie, welche sich mit der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien von Personen über 65 Jahren befasst, gibt es seit 2010. Auf dieser Website finden Sie die Resultate der Studie und über diesen Flyer erhalten Sie einen Überblick über die unterschiedlichen Zugangsformen zur digitalen Welt durch ältere Personen. Lernen Sie zum Beispiel «Thomas Techie» kennen, der sich in der digitalen Welt wie ein Fisch im Wasser fühlt, oder «Anna Ablehner», die sich mit Radio und Telefon wohler fühlt.

Gesundheitsbericht
Welche körperlichen Schmerzen plagen sie? Wie steht es um deren Zähne? Wie häufig leiden sie an psychischen Krankheiten oder gar an Suizidgedanken? An welchen chronischen Krankheiten leiden sie bereits? Wie sieht ihr Gesundheitsverhalten aus? Wie nutzen sie digitale Medien und welche Chancen und Risiken erleben sie dadurch? Welcher Art der Gesundheitsförderung gehen sie nach? Und: Wie steht es um die Gesundheitsversorgung der jüngeren Teilnehmenden unserer Gesellschaft? Auf all diese Fragen (und noch viele mehr) gibt der Nationale Gesundheitsbericht 2020 des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) Antworten. 

Veranstaltungen

Beim virtuellen Kaffee Ihre Kolleg*innen noch besser kennenlernen
Heute haben wir keine Veranstaltungshinweise für Sie. Aber wie wäre es, wenn Sie spontan zu einer virtuellen Znüni- oder Zvieri-Pause mit Ihrem Team einladen würden? Hier finden Sie ein paar Ideen, wie Sie die den gemeinsamen Kaffee mit verschiedenen Aktivitäten begleiten könnten und dabei Ihre Kolleg*innen noch besser kennenlernen. 

Gut zu wissen

Street Harassment – Harcèlement de rue – Belästigung im öffentlichen Raum
Unangenehme Blicke, Nachpfeifen, Rufe, Anfassen. Die Stadt Lausanne hat eine Strategie erarbeitet, wie Belästigungen wie diesen im öffentlichen Raum beigekommen und die Sicherheit aller Personen gewährleistet werden kann. Auf einer eigens dafür eingerichteten Website können Menschen, denen eine Belästigung wiederfahren ist, oder die Zeug*innen einer Belästigung wurden, diese melden. In Zusammenarbeit mit der Polizei und weiteren öffentlichen und privaten Partner*innen prüft die Stelle weitere Schritte und berät die Opfer. Schauen Sie sich auf der französischen Website der Stadt Lausanne um und lernen Sie diesen schweizweit einmaligen Ansatz kennen. 

Toolbox Behinderung im Alter
Menschen mit lebensbegleitenden Behinderungen erreichen heute ein höheres Lebensalter als noch vor Jahrzehnten. Mit einer Behinderung alt zu werden bringt Konsequenzen für die Selbstbestimmung oder die Partizipation und hat nicht zuletzt auch gesundheitliche Auswirkungen. Curaviva stellt auf seiner Website einen Wissenspool zum Themenbereich «Behinderung im Alter» zur Verfügung. Die Inhalte richten sich an Selbstbetroffene, Angehörige sowie Fachpersonen. Neben wissenschaftlichen Grundlagentexten und Faktenblättern bspw. aus der Gerontologie, finden sich auf der Website auch anregende Praxisbeispiele für das institutionelle Setting. 

Wie geht’s dir? 
Der Buchstabe F steht für «fröhlich», «L» für «leer». Auf der interaktiven Website «Wie geht’s dir» werden die Besucher*innen durch ein buntes Alphabet der Emotionen, Tipps, Informationen und Verweise auf weitere Plattformen dazu animiert, sich mit ihren Gefühlen auseinander zu setzen, «darüber zu reden». Die Prämisse hinter der Kampagne ist, dass es sich lohnt, über die eigene psychische Gesundheit zu sprechen. Die Plattform bietet auf kreative Art und Weise Inspiration, wie die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen gelingt. Die von verschiedenen Deutschschweizer Kantonen und Pro Mente Sana getragene Kampagne richtet sich an ein junges Publikum. 

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